KI & KLIMASCHUTZ-
Potenziale der Digitalisierung nutzen
Nachbetrachtung: 8. Tag der nachhaltigen Unternehmen
Mehr als 100 Entscheider:innen aus der ostwestfälischen Wirtschaft, aus Kommunen, Organisationen und Institutionen kamen zum 8. Tag der nachhaltigen Unternehmen zusammen, um sich mit den Chancen und Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz im Kontext des Klimaschutzes auseinanderzusetzen.
Künstliche Intelligenz wurde dabei als einer der zentralen Hebel unserer Zeit deutlich: Sie bietet großes Potenzial, Prozesse effizienter zu gestalten, Ressourcen gezielter einzusetzen und Emissionen zu reduzieren. Gleichzeitig wurde im Rahmen der Veranstaltung auch kritisch beleuchtet, welche Herausforderungen mit ihrem Einsatz verbunden sind – etwa der steigende Energiebedarf von Rechenzentren, der Rohstoffverbrauch digitaler Infrastrukturen sowie die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen und transparenten Gestaltung von KI-Systemen.
Unter dem Leitthema „KI & Klimaschutz – Potenziale der Digitalisierung nutzen“ bot die Veranstaltung Orientierung und praxisnahe Einblicke. Ziel war es, Chancen realistisch einzuordnen und anhand konkreter Beispiele aufzuzeigen, wie Unternehmen bereits heute KI erfolgreich einsetzen, um Nachhaltigkeit messbar und skalierbar voranzubringen.
Impulse aus Wissenschaft und Praxis
Den inhaltlichen Auftakt setzte die Keynote von Prof. Dr. Vanessa Just, Gründerin und Geschäftsführerin der juS.TECH GmbH. In ihrem Beitrag machte sie deutlich, wie Unternehmen digitale Transformation und Nachhaltigkeit strategisch miteinander verbinden können und welche Rolle KI dabei spielt.
Im Anschluss zeigten mehrere Best-Practice-Beiträge konkrete Anwendungsfelder:
- René Füchtjohann (PHOENIX CONTACT Deutschland GmbH) präsentierte KI-gestützte Ansätze zur Dekarbonisierung von Unternehmensstandorten und Immobilien bei gleichzeitiger Steigerung der Energieeffizienz.
- Louis Schulze (sustaind GmbH) verdeutlichte, wie KI dazu beitragen kann, Nachhaltigkeitsanforderungen effizient und ohne übermäßige Bürokratie umzusetzen.
- Felix Kathöfer (Katma Engineering GmbH) stellte mit „KATMA CleanControl“ intelligente Systeme zur Effizienzsteigerung und Ressourcenschonung in technischen Prozessen vor.
- Ralf Außel (GREEN IT) zeigte, welche zentrale Rolle nachhaltige Rechenzentrums- und Cloud-Infrastrukturen als Grundlage für den Einsatz von KI spielen.
KI & Klimaschutz – Potenziale der Digitalisierung nutzen
TERMIN
MONTAG 16.03.2026
15:00 – 19:00 Uhr
LOCATION
Volksbank
Regionalzentrum Bielefeld
Kesselbrink 1
33602 Bielefeld
AGENDA
Speaker:innen
Prof. Dr. Vanessa Just
Keynote
René Füchtjohann
Best Practice
Louis Schulze
Best Practice
Felix Kathöfer
Best Practice
Ralf Außel
Best Practice
Jens Ohlemeyer
Moderation
Die SPEAKER:INNEN
KEYNOTE
KI und der Nutzen für den Klimaschutz in Unternehmen
Klimaschutz stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen – bietet aber auch Chancen für Effizienz, Innovation und Zukunftssicherheit. Prof. Dr. Just zeigt, wie Künstliche Intelligenz als Werkzeug genutzt werden kann, um Energie zu sparen, Ressourcen effizienter einzusetzen und bessere Entscheidungen zu treffen. Anhand praxisnaher Beispiele wird deutlich, wo KI direkten und indirekten Klimanutzen entfaltet, welche Quick Wins möglich sind und wo die Grenzen liegen. Prof. Dr. Just bietet Orientierung für Unternehmen, die KI sinnvoll und verantwortungsvoll für den Klimaschutz einsetzen möchten.
Prof. Dr. Just ist Unternehmerin und Expertin für Digitalisierung und KI. Sie lehrt Wirtschaftsinformatik an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management und ist Gründerin und CEO der juS.TECH GmbH, in der sie Unternehmen bei der strategischen Einordnung und Umsetzung von KI- und Digitalisierungsprojekten begleitet. Zudem wirkt sie als Geschäftsführerin des KI Bundesverbands an der Vernetzung und Stärkung von KI-Unternehmen in Deutschland und Europa mit. Als Autorin und Herausgeberin publiziert sie regelmäßig zu KI und digitaler Transformation.
Prof. Dr. Vanessa Just
René Füchtjohann
BEST PRACTICE
Dekarbonisiertes und kostenoptimiertes Wirtschaften im verarbeitenden Gewerbe
Die Dekarbonisierung von Standorten oder ganzen Quartieren erfordert einen sektorenübergreifenden Ansatz vom Gebäudebetrieb über die Erzeugung und Speicherung von erneuerbaren Energien bis hin zur Elektromobilität und der Produktion. Die Sektorenkopplung setzt wiederum eine integrale Planung und Umsetzung der elektrischen wie thermischen Energieversorgung voraus, um die gesamte Energieversorgung von der Erzeugung über die Verteilung bis zum Verbraucher auf klimaneutrale Energieträger umzustellen und zu optimieren. Die beiden zentralen Elemente hierfür sind organisatorisch ein Integrationsmanagement und technologisch ein offenes Betriebssystem.
Nach Stationen im Innovationsmanagement bei Vodafone, Miele oder Audi ist René Füchtjohann nun bei Phoenix Contact seit 6 Jahren zuständig für den Aufbau des Geschäftsfelds zur Entwicklung von Lösungen zur Dekarbonisierung der Wirtschaft. Seine akademische Laufbahn startete er vor über 10 Jahren im Innovationsmanagement mit dem Schwerpunkt Green Business und ergänzte seine Ausbildung um ein MBA-Studium an der Colorado State University.
BEST PRACTICE
Nachhaltigkeit ohne Bürokratie? Mit KI zur Effizienz in der Compliance
Louis Schulze, Mitgründer und Geschäftsführer der Bielefelder sustaind GmbH treibt mit seinem Unternehmen die digitale Transformation nachhaltiger Unternehmenspraxis voran: Seine KI-gestützte Plattform bündelt und automatisiert regulatorische Anforderungen wie Normen, Gesetze und ESG-Verpflichtungen für mittelständische Unternehmen und schafft damit Transparenz und Effizienz in komplexen Compliance-Prozessen.
Nachhaltigkeit und Digitalisierung gehören für ihn untrennbar zusammen – Bürokratie soll nicht Hemmnis, sondern Chance sein. Am Tag der nachhaltigen Unternehmen teilt Louis Schulze in seinem Best-Practice-Vortrag wertvolle Einblicke, wie KI-gestützte Lösungen helfen, Nachhaltigkeitsanforderungen strategisch zu meistern und so ökologische Verantwortung mit wirtschaftlichem Erfolg zu verbinden.
Louis Schulze
Felix Kathöfer
BEST PRACTICE
Hygiene muss sein – aber was hat der Klimaschutz davon?
Felix Kathöfer ist seit 2022 CEO und Gründer der KATMA Engineering GmbH. Mit einem metalltechnischen Hintergrund bringt er fundiertes technisches Wissen in die Entwicklung und Umsetzung praxisnaher Lösungen im Bereich der vollautomatisierten LKW-Laderaumreinigung.
In den vergangenen Jahren sammelte er umfassende Erfahrung in der Transportlogistik und im Hygienemanagement nach HACCP-Standards. Durch das eigenhändige Waschen zahlreicher Laderäume gewann er Einblicke in die praktischen Herausforderungen und entwickelte daraus zusammen mit seinem Bruder eine Robotiklösung.
Das Verständnis für optimale Bedingungen in der Reinigung und Qualitätssicherung ist der Grundbaustein dafür. Als Gründer und Geschäftsführer treibt er die Weiterentwicklung der KATMA Engineering GmbH konsequent mit Fokus auf Nachhaltigkeit, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit voran.
BEST PRACTICE
Klimaschutz beginnt im Rechenzentrum – Nachhaltige Cloud-Infrastruktur als Grundlage für KI
Künstliche Intelligenz kann helfen, Emissionen zu vermeiden. Ihre Nutzung verursacht jedoch selbst einen steigenden Energiebedarf. Damit wird die Frage nach einer nachhaltigen digitalen Infrastruktur entscheidend.
Rechenzentren sind heute ein zentraler Hebel für die Klimabilanz der Digitalisierung. Der Vortrag zeigt, warum nachhaltige Infrastruktur zur Voraussetzung für verantwortungsvoll eingesetzte KI wird. Anhand eines Praxisbeispiels wird erläutert, wie klimaneutrale Managed Cloud Services direkt in Windkraftanlagen betrieben werden, mit erneuerbarer Stromversorgung am Ort des Erzeugers, hoher Energieeffizienz und regionaler Datenhaltung.
So wird deutlich: Wer KI und Klimaschutz zusammenbringen will, muss Infrastruktur, Energieversorgung und digitale Verantwortung ganzheitlich denken.
Ralf Außel ist Sales Director der GREEN IT Das Systemhaus GmbH. Mit seiner langjährigen Erfahrung in der IT-Branche treibt er die strategische Weiterentwicklung der Vertriebseinheiten und unterstützt Kunden dabei, ihre IT-Infrastruktur effizient, zukunftssicher und nachhaltig auszurichten.
GREEN IT ist das erste IT-Systemhaus in Deutschland, das Ökonomie und Ökologie konsequent miteinander verbindet. Mit Standorten in Dortmund, Herdecke, Hagen, Oberhausen und Hannover unterstützt das Unternehmen Organisationen bundesweit bei der Gestaltung moderner IT-Infrastrukturen. Dabei stehen die Reduktion von Kosten, die Optimierung und individuelle Skalierung der IT sowie die Entlastung der Umwelt durch ressourcenschonende und energieeffiziente Technologien im Mittelpunkt.
In seinem Vortrag zeigt Ralf Außel, warum nachhaltige digitale Infrastrukturen zur Grundlage für verantwortungsvoll eingesetzte Künstliche Intelligenz werden und wie Unternehmen durch klimafreundliche Rechenzentrumsstrukturen gleichzeitig Innovation und Klimaschutz voranbringen können.
Ralf Außel
Jens Ohlemeyer
MODERATION
Jens Ohlemeyer
- Geschäftsführender Gesellschafter e-CROSS GERMANY GmbH & Co. KG
- EU Klimapakt Botschafter
- Vorstandsvorsitzender KlimaWoche Bielefeld e.V.
IHRE GASTGEBER
Tag der nachhaltigen Unternehmen | Montag, 16. März 2026 | Volksbank Regionalzentrum Bielefeld
Thomas Mühlhausen
Vorstand
„Nachhaltigkeit haben wir seit vielen Jahren in unserem Wertefundament fest verankert. Wir nehmen die Verantwortung für unsere Umwelt ernst, bauen unser Angebot an nachhaltigen Produkten immer weiter aus und leisten einen spürbaren Beitrag zur Förderung nachhaltiger Lebensgrundlagen und einer klimafreundlichen Wirtschaft in unserer Region.“
Arne Potthoff
Referatsleiter Industrie,
Wirtschaftspolitik, Energie
„Für die ostwestfälische Wirtschaft ist Nachhaltigkeit ein prägendes Thema, nach dem die Unternehmen ihr Handeln ausrichten. Die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld setzt sich mit diversen Serviceangeboten oder der von der IHK gemanagten Umweltstiftung der ostwestfälischen Wirtschaft sowie der IHK-Klimainitiative für nachhaltiges Wirtschaften ein. Diesen Weg werden wir gemeinsam mit der ostwestfälischen Wirtschaft weiter verfolgen.“
Jens Ohlemeyer
Vorstandsvorsitzender
„Wir veranstalten die KlimaWoche Bielefeld in diesem Jahr bereits zum 18. Mal. Wie bereits 2025, findet die KlimaWoche 2026 in Form von Thementagen über das gesamte Jahr verteilt statt. Unsere Thementage nehmen dabei Energie und Mobilität, nachhaltige Unternehmen, Bildung, Ernährung, Artenvielfalt, Aktionen und Konsum sowie Schöpfung und Natur mit Ausstellungen, Exkursionen, Fachvorträgen, Podiumsdiskussionen, Vorlesungen, Workshops und Mitmachaktionen in den Fokus.“
















